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Spitzenforschung in der Bonner City

Bundesministerin Edelgard Bulmahn besuchte caesar

Bonn, 9.2.2000. "Ich bin beeindruckt, wie in einem Jahr seit Ernennung von Professor Hoffmann zum Gründungsdirektor die wissenschaftliche Arbeit vorangetrieben wurde", erklärte die Bundesministerin für Bildung und Forschung Edelgard Bulmahn anlässlich ihres Antrittsbesuchs bei caesar. Das "center of advanced european studies and research" hatte zu einem Diskussionsforum mit Vertretern von lokalen Bildungseinrichtungen geladen, bei dem ein "Kommunales Bündnis für Bildung" vorgestellt wurde.

caesar forscht seit April 1999 am Bonner Friedensplatz in den Bereichen Materialwissenschaften, Kopplung biologischer und elektronischer Systeme und Kommunikationsergonomie. Die praktische Umsetzung der Forschungsergebnisse in neue Produkte steht dabei im Vordergrund. Bereits in kurzer Zeit wurden erste Erfolge erzielt: Ein Verfahren zur Herstellung spezieller "Intelligenter Materialien" wurde zum Patent angemeldet. Der Werkstoff hat ein "Formgedächtnis", d.h. wenn er verbogen wird, nimmt er nach Erwärmung seine ursprüngliche Form wieder an. Er kann z.B. für Zahnspangen verwendet werden, die nicht mehr nachjustiert werden müssen.

Ministerin Bulmahn unterstrich die Bedeutung von caesar als "ganz neuartiges Modell einer Forschungseinrichtung". Die Finanzierung durch Stiftungskapital von Bund und Land NRW befreie von den sonst üblichen Haushaltszwängen - "darum werden Sie von anderen Einrichtungen glühend beneidet" - der wissenschaftliche Nachwuchs könne hier in interdisziplinären Teams Kreativität und Eigenverantwortung entwickeln. "Ich hoffe, dass caesar eine Lokomotive für das deutsche Forschungssystem wird", wünschte die Ministerin.

Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann hob die Bedeutung von caesar für den Wissenschaftsstandort Bonn hervor. Nach dem Umzugsbeschluss der Bundesregierung stand Bonn vor der Herausforderung, ein neues Zukunftsprofil zu entwickeln. Als Wissenschaftsstadt sei ein hoher Bildungsstand der Bevölkerung wichtiger denn je. Bereits jetzt könnten viele Arbeitsplätze nicht besetzt werden, da entsprechend qualifizierte Bewerber fehlten. Sie stelle sich daher an die Spitze des "Kommunalen Bündnis für Bildung" und appelliere an die Anwesenden, sich ebenfalls dort zu engagieren, schloss die Oberbürgermeisterin.

Rudolf Lensing-Conrady, Geschäftsführer des Fördervereins Psychomotorik, erläuterte Grundzüge eines Bündnisses. Um allen jungen Menschen die Chance zu geben, eine qualifizierte Ausbildung zu erhalten, wird eine Partnerschaft zwischen Eltern, Schule, Wissenschaft, Wirtschaft, Handwerk und Vereinen angestrebt. Möglichst viele Synergieeffekte sollen genutzt und Praktika oder auch gesponserte Lernmittel zur Verfügung gestellt werden. Prof. Dr. Karl-Heinz Hoffmann, Gründungsdirektor von caesar, kündigte an, dass spätestens nach dem Umzug in die neuen Gebäude in der Rheinaue die Kontakte mit Schulen intensiviert werden. "Wir sind ein Knoten in einem Netzwerk zahlreicher Kooperationen", so der Direktor.

Im Anschluss an die Veranstaltung nutzten die Teilnehmer die Gelegenheit, die Forschungslabors kennen zu lernen. Sie erfuhren, wie "Intelligente Materialien" als Sensor in Autoreifen den Druck prüfen, sahen Computermodelle von Patienten, die künftig chirurgische Operationen erleichtern sollen und lernten, wie man die Struktur von Proteinen schneller entschlüsseln kann. Von Ministerin Bulmahn wurde sogar ein Gesichtshologramm erstellt. Diese dreidimensionalen Portraitaufnahmen ermöglichen den Kiefer- und Gesichtschirurgen eine genaue Vermessung der Patienten vor einer Operation. Die Ministerin zeigte sich begeistert: "Mein Beruf ist eine kontinuierliche Fortbildungsveranstaltung".

Wenn Sie Fragen haben, wenden Sie sich bitte an:

Forschungszentrum caesar
Herr Dr. Jürgen Reifarth
Ludwig-Erhard-Allee 2
53175 Bonn

Telefon: 0228/ 96 56-107
Fax: 0228/ 96 56-111
E-Mail: juergen.reifarth_at_caesar.de